Gesundheit

Auto Mobil

4. November 2018

Autofahren bedeutet Autonomie. Diesen Luxus nutzt ein Großteil unserer Gesellschaft, doch es hat auch seinen Preis. Vor allem bei langen Autofahrten streikt der Körper irgendwann und es kommt zu Gelenksschmerzen, Muskelverspannungen und Durchblutungsstörungen. Vor allem betroffen sind dabei Knie, Lendenwirbelsäule, Schultergürtel und Nacken. Schmerzen und Konzentrationsstörungen sind die Folge.

Ursachen

Einerseits wird man durch die meisten Autositze in eine unnatürliche Haltungen gebracht, die man für mehrere Stunden nicht verändert. Der Hüftbereich wird meistens über 90° angewinkelt, die Lendenwirbelsäule wird gekrümmt, der Kopf wird vorgschoben und die Schulter sind meist hochgezogen. Durch das konzentrierte Fahren befindet sich der Körper außerdem ständig in leichter Anspannung. Durch das Verwenden von Kupplung und Gas entsteht eine einseitige Verdrehung im Körper und die ständige Vibration des Autos sowie Bodenschwellen führen zu Erschütterung.

Die optimale Einstellung des Autositzes

  • mit dem Gesäß ganz zurück rutschen
  • Sitzabstand ist optimalerweise so, dass bei maximal durchgetretenen Pedalen die Knie noch leicht gebeugt sind
  • Die Lehne sollte den Rücken vom Gesäß bis zu den Schultern unterstützen; auch bei Lenkbewegungen sollte noch ein leichter Schulterkontakt vorhanden sein; die optimale Neigung ist wenn die Handgelenke bei ausgestreckten Armen das Lenkrad berühren können, also ca 110°
  • die Neigung der Sitzfläche ist passend wenn die Oberschenkel bei leicht gebeugtem Knie entspannt aufliegen
  • zwischen den Kniekehlen und dem Sitz sollten ca 2-3 Fingerbreit Abstand sein um die Durchblutung nicht zu stören
  • Die Mitte der Kopfstütze sollte auf Augenhöhe sein, sodass der Kopf vollkommen unterstützt ist
  • mit einem kleinen Kissen könnte eventuell der Lendebereich im Rücken unterstützt werden

“Zwangspausen” nutzen

Während der Fahrt ist man natürlich eingeschränkt beim Bewegen, daher sollte man die Zwangspausen, wie zum Beispiel eine rote Ampel, Stau oder Maut, nutzen um Verspannungen vorzubeugen.

  • Arme hochstrecken und 3-6 Sekunden gegen das Autodach drücken
  • Lenkrad umfassen und 3-6 Sekunden zusammendrücken
  • Füße fest auf den Boden stellen, Gesäß anspannen und leicht abheben
  • mit beiden Händen hinter die Nackenstütze greifen und leicht daran ziehen
  • Handgelenke kreisen bzw. 20 Mal eine kräftige Faust machen

Doch auch während der Fahrt kann man trotz des begrenzten Raumes kleine Dehnübungen machen, solange die Fahrsicherheit gewahrt bleibt.

  • Brust raus und Nacken lang schieben
  • Schulterkreisen
  • Kopfnicken und Neigen
  • Katzenbuckel mach und sich vom Lenkrad wegdrücken
  • einmal die linke und einmal die rechte Hand über das Lenkrad nach vorne schieben
  • Massage von verspannten Muskeln mit dem Massagetennisball

Alle Übungen findet ihr im Video weiter unten!

Abhilfe durch technische Adaptation

Einen solchen Luxus kann man sich natürlich nur bei Neuanschaffung eines Autos leisten und auch da sind einem Grenzen gesetzt. Wer allerdings beruflich oder privat viel mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich ein solche Investition auf jeden Fall überlegen.

  • ein Tempomat entlastet, vor allem auf der Autobahn, den rechten Fuß und ermöglicht mehr Flexibilität
  • eine Automatikschaltung ist zwar nicht jedermanns Geschmack, sorgt aber auf jeden Fall für eine Entlastung des linken Fußes
  • Sitzheizung schafft vor allem in der kalten Jahreszeit Entspannung der Rückenmuskulatur und beugt Schmerzen vor
  • die Luxusvariante stellt natürlich ein individuell einstellbarer eventuell sogar ergonomischer Autositz dar; es lohnt sich auf jeden Fall den serienmäßig eingebauten Sitz genauer unter die Lupe zu nehmen!

Generell sollte man darauf achten nach 2-3 Stunden ein Pause einzulegen und diese möglicht aktiv zu gestalten. Hier könnt ihr euch Tipps holen wie ihr in 6 Minuten wieder fit seid! Dehnen, Strecken und ein paar flotte Schritte im Freien wirken oft wahre Wunder. Während der Fahrt auf ausreichend Flüssigkeit achten, denn nicht nur die Konzentration leidet an einem Mangel sondern auch die Bandscheiben brauchen dringend Wasser für die Rehydration. Bei Kopfschmerzen oder Müdigkeit hilft natürlich immer Fenster auf und Durchatmen.

Habt ihr noch Fragen? Dann schreibt mir doch in den Kommentaren oder auf Instagram! Lg Susanne von Physionista- der Physio Blog für den Alltag!

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2 Comments

  • Reply Christina J. Brüggemann 9. November 2018 at 18:29

    diese hilfreichen Tipps sind sehr gut, sollten alle Autofahrer lesen und sich merken.
    Gott sei Dank habe ich alle technischen Dinge im Auto, trotzdem werde ich die Übungen wieder einbauen. Danke!

    • Reply physionista 10. Dezember 2018 at 07:53

      Das freut mich! Lass mich wissen wie es dir mit den Übungen gegangen ist:-)

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